Ursprung der Revolte - Albert Camus und der Anarchismus Vortrag, Diskussion und Film.
Albert Camus ist bekannt als Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger. Nur wenige wissen, dass er zeit seines Lebens enge freundschaftliche Kontakte zu anarchistischen Gruppen und Zeitschriften hatte und sich an manchen libertären Kampagnen persönlich beteiligte. Angesichts des Bürgerkriegs in Algerien in den 90er Jahren wurde auch seine Gewalt- und Nationalismuskritik während des antikolonialen Unabhängigkeitskrieges sogar von algerischen und maghrebinischen Intellektuellen rehabilitiert. Für die Schweiz ist interessant, dass sich Camus als offizieller Korrespondent an der Züricher anarchistischen Kulturzeitschrift "Témoins", herausgegeben vom libertären Kriegsdienstverweigerer Jean-Paul Samson, dem französischen Übersetzer von Ignazio Silone, beteiligte. Der Vortrag gibt einen Überblick über Camus' Beteiligung an Témoins, sowie allgemeiner über sein Verständnis von Revolte, seine Konzeption eines mittelmeerischen Kulturraumes und seine daraus abgeleitete föderalistische Vision für ein freies Algerien, die heute überraschender Weise von der algerischen Frauenbewegung (Assja Djebar, Maissa Bey) aufgegriffen wird. Im Anschluss wird gezeigt: Literaturverfilmung "Die Pest", Regie: Louis Puenzo, 1992, ca. 220 Minuten, französisch mit dt. Untertiteln, VHS-Video
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