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Waldtiergeflüster - oder wie die Zwerglein mächtig in die Scheisse langten
Vorbemerkung: Alle Ähnlichkeit mit lebenden Personen oder existierenden Projekten haben sich diese selbst zuzuschreiben!
Es war einmal vor langer Zeit im grossen Walde des Bären Mutz, da lebte eine Horde putziger Zwerglein. Sie hausten tagaus tagein seit fast einer halben Ewigkeit in einem Loch an der grossen gefährlichen Strasse. Das Loch war unschön und kalt, doch verbrachten die Zwerglein mit vielen Waldtieren aus nah und fern eine erstaunlich lebhafte und interessante Zeit. Sie kochten zusammen Pilzkompott vom nahen Abfallberge und die vorbeiziehenden Singvögel kamen regelmässig für eine Trällerstunde vorbei. Auch tauschten die Zwerglein mit den verschiedenen Tieren im Walde die Kenntnisse von ihren Lauten zur besseren Verständigung und versammelten sich zu lustiger Waldakrobatik.
Eines Tages, die Zwerglein waren gerade damit beschäftigt sich neue Fertigkeiten anzueignen, tauchte der grosse Bär auf: "He ihr Zwerge, ihr müsst wissen, dieser Wald gehört mir, ebenso wie dieses Loch! Ich mag euch hier nicht mehr sehen. Verschwindet allesamt und zwar hurtig!" Die Zwerglein von kleiner Statur und nicht so kräftig wie der Bär, beschlossen, da es nun Frühling war, die Siebensachen zu packen und das liebgewordene Loch zu verlassen. Da kam ein Vielfrass des Weges, etwas mürrisch zwar, aber er schien doch einen sanften Eindruck zu machen und so wurden die Zwerglein in eine Diskussion mit dem Tiere verwickelt. " Ihr Zwerglein seid gegrüsst. Die Spatzen haben mir schon von euch erzählt, dass ihr euer Loch verlassen müsst. Aber seid nicht traurig, denn ich werde euch aus der Patsche helfen! Mein Baumloch bei der grossen Lichtung muss ich auch verlassen. Gemeinsam können wir dem Bären ein Schnippchen schlagen. So kommet denn herein zu mir, ich werde das Loch verlassen, auf dass ein neues Waldprojekt entstehen kann.“ Die Zwerglein trauten ihren Ohren kaum und waren voller Freude ein neues Obdach gefunden zu haben. (Buladulia, allerdings gefiel die Sache nicht, hatte sie doch zuvor bemerkt, dass der Vielfrass seinen Sanftmut beim Gespräch mit den Waldkaninchen abgelegt hatte und diese versuchte zu verschlingen... Doch jedes Tier weiss, dass Waldkaninchen zu schnell für den Vielfrass sind. Das Misstrauen aber blieb ihr.)
Und so bezogen die einer offensichtlich fortschreitenden Verhutzelung anheim fallenden Zwerglein ihr neues Quartier; doch seltsamerweise schlich der Vielfrass immer und immer noch ums Baumloch. Da wurde es den Zwerglein etwas mulmig zumute, denn derartige Gewitterwolken am Himmel hatten sie noch nie gesehen. Doch beruhigten sie sich, als der Vielfrass ächzte: "Kümmert euch nicht meiner noch des Wetters, denn hier ist es wahrlich wie im Paradis."
Die Tage vergingen, die meisten Zwerglein lebten in Ruhe und erledigten emsig ihre Waldgemeinschaftsarbeit. Doch etwas stimmte nicht, denn wenn immer die Hasen und Rehe zu Besuch waren, tauchte der Vielfrass mit starkem Territorialverhalten auf. Nun, unterdessen hatte sich ergeben, dass dieser Vielfrass eben kein Streiftier war, wie er vorgab zu sein, sondern sich wieder im Baumloch niederliess. Die Zwerglein wussten nicht so recht, was sie von der Sache halten sollten, denn im 'Buch der Wald und Wiesentiere' stand geschrieben, dass Vielfrasse listige Tiere sind, die die Sprache der anderen Waldbewohner ignorierten um ihr Plätzchen an der Sonne zu bewahren. "Kümmert euch nicht meiner Anwesenheit, meine Abreise verzögert sich nur um kurze Weile, denn der Gletscherbach, den ich zu überqueren gedenke, fröstelt mich noch zu stark." Die Zwerglein jedoch nahmen die Bemerkungen des Vielfrasses mit zunehmender Skepsis auf.
Die Monate verstrichen und mittlerweile hatte der Waldsommer seinen Höhepunkt bereits überschritten, doch der Vielfrass hauste noch immer im Baumloch, wo die Zwerglein ihr offenes Waldhaus betrieben. Die Enge im Loch wurde immer spürbarer und der Mief nahm mit den nassen Tagen stetig zu. "So kann es nicht weitergehen!" schnaubte Durrubi, der Zwerg mit dem grossen Mäntelchen. Und Saggo bemerkte: "Dieser Vielfrass frisst uns noch die Küche leer!" "Und beim grossen Bär schleimt er sich mit unserem Waldprojekt ein!" fügte Bakulim zornig hinzu. Doch der Vielfrass lauschte dem Gespräch und meinte: "Ach, was kümmert euch meine Anwesenheit, ich will doch nur euer Bestes. Und ich esse doch nur soviel, damit es in der Küche wieder sauber ist..." Die Zeit des Zusehens war aber für die Zwerglein nun vorbei und so forderten sie den Vielfrass endlich zum Auszug aus dem Baumloch auf. Der Vielfrass aber erzürnte: „Was? Ihr wollt mich aus meinem Baumloch schmeissen? Wartet nur, ihr werdet was erleben!" und fletschte furchteinflössend mit den Zähnen. Und der Vielfrass machte seine Drohungen auch gleich wahr: er holte den Hornochs in die Stube.
Der Hornochs machte seinem Ruf alle Ehre: er verhielt sich rüpelhaft, prahlte mit seiner tierischen Stärke, die ihn als männlichsten aller Hornochse bestätigten sollte und hetzte entsprechend gegen die Zwerglein. Diesen ging so ein Hornochs mächtig auf den Kecks, derart stark, dass sie fast den elenden Vielfrass vergassen. Aber nicht ganz, schliesslich händigten sie dem Biest zweimal eine Baumrinde mit dem Begehren aus, der Vielfrass möge nun endlich umherziehen und sein Privatstübchen räumen. Vielleicht sei die schriftliche Sprache weniger verwirrend für den Vielfrass hofften die Zwerglein, aber mit dessen Leseunfähigkeit hatten sie nicht gerechnet.
Am Jubiläumsabend des Waldprojektes spielte eine kleine Amsel und Drosselgruppe aus dem nördlichen Nachbarwalde. Die Stimmung war wunderbar und freudig, doch die Atmosphäre wurde vom tollwütigen Hornochs jäh zerstört. Er bockte, gab unschöne Stöhnlaute von sich und schlug aus, als wolle er doch gleich das ganze Geschirr der Zwergleinwelt zerschmettern. Vieles ging zu Bruch, und die Unbekümmertheit der Zwerglein versank nun vollends im Morast. Der Hornochs und der Vielfrass sahen sich in ihrem Tun bestätigt, denn sie merkten, dass die Zwerge, die für sie bis anhin nützlich gewesen sind, eben nur Zwerge waren.
So ertrugen die Zwerglein noch 40 Tage der Beleidigungen, Drohungen und des Herumgeröhres des Hornochsen und des lästigen Vielfrasses. Der letzte Singvogel im Baumloch musste seine Darbietung unter jämmerlichen Schmährufen und dem Gekeife der miefigen Bande abhalten und auch den Waldtieren war es nicht mehr möglich ihre Versammlungen ohne ständiges Dazwischengrunzen des Hornochsen abzuhalten. Schweren Herzens entschieden sich die Zwerglein zusammen mit den Waldtieren zum Verlassen des Baumlochs. Einige Zwerglein erhofften sich gar, dass das Baumloch samt den beiden stinkigen Viechern dem nächsten Waldbrand zum Opfer falle. So sind die Zwerglein wieder am umherstreifen, durch Wald und Wiesen, zwirbeln herum und suchen die Wurzeln ab nach Löchern zum Hausen...
denk:mal distanziert sich vom Verein Paradisli, sowie von dessen Konzept
